2011년 10월 27일 목요일

Schliemanns Erben: Flucht aus Babylon Hinweise auf den König


Schliemanns Erben: Flucht aus Babylon
Hinweise auf den König

Reiterabbildung zeigt große Ähnlichkeit mit Nabonid

Eine weitere Spur auf der Suche nach dem Wahrheitsgehalt der Legende führt durch die shargi-wa-garbi - die "Ost-West-Wüste". Bisher gibt es für seine Anwesenheit keinen wirklichen Beleg. Aber eine Vielzahl von Indizien deutet darauf hin, dass der Herrscher aus der Fremde einst in der Wüste residierte haben könnte - und in einem Tempel residierte.

Ein Einheimischer führt die Archäologen Ricardo Eichmann und Mohammed Najem zu einem Felsen mit einer offensichtlich sehr alten Inschrift. Dort steht geschrieben, dass ein König, ein melek, von Babylon der Herr dieses Menschen gewesen ist, der sich hier verewigt hat: Melek min babel heißt Melek von Babylon. Der erste schriftliche Hinweis und das vierte Indiz.

Stil und Motiv aus dem Zweistromland

Doch die Felswand birgt noch eine weitere Sensation: Einen Hinweis darauf, um welchen babylonischen König es sich gehandelt haben könnte. Die Forscher untersuchen die Abbildung eines Reiters. Stil und Motiv lassen sich dem Zweistromland zuordnen - zweifellos das Bildnis eines hohen Würdenträgers. Vor allem der Kopf des Reiters weckt Assoziationen. Er weist große Ähnlichkeit mit dem letzten Gebieter über Babylon auf: König Nabonid. Ein Relief des Monarchen steht im British Museum in London. Es beschreibt seine kriegerischen Großtaten, aber auch den Bau neuer Tempel.

Nabonid regierte das mächtige Weltreich von 555 bis 539 vor Christus. Tatsächlich erwähnen historische Texte, dass er Babylon während seiner Regentschaft für zehn Jahre verließ. So lange soll sich auch der Mann aus der Legende in der Oase Tayma aufgehalten haben. Es wird immer wahrscheinlicher, dass der Gesuchte Nabonid ist.

Gigantische Wissensquelle
Die einstige Oase des Königs ist für die Archäologen eine gigantische Wissensquelle: Die antike Siedlung gewährt den Forschern Einblick in Jahrtausende der Menschheitsgeschichte. Immer mehr Funde belegen die bedeutende Rolle Taymas. Die Oase war eine Festung, jedenfalls war sie entsprechend gesichert. Doch wie ihr berühmtester Bewohner gibt auch die Stadt weiter Rätsel auf.

INFOBOX

Archäologe Arnulf Hausleiter über die Lücken in der Siedlungsgeschichte:
"Interessant an der Arbeit ist, dass nicht alle Perioden, in denen Tayma besiedelt war, auch durch die gesamte Bandbreite archäologischer Fundobjekte oder Überreste gekennzeichnet sind. Das heißt, wir haben es mit verschiedenen Mosaiksteinchen zu tun aus bestimmten Perioden, die wir dann zu einer Geschichte rekonstruieren können."

Die Archäologen untersuchen eine Siedlungsfläche in der Größe von 150 Fußballfeldern. Doch ihre Funde belegen schon jetzt die internationalen Verbindungen in der antiken arabischen Welt: Keramik aus dem Mittelmeerraum, aus Mesopotamien und Ägypten. Tayma gilt inzwischen als die wichtigste Station an der Weihrauchstraße, die nächste Wasserstelle für Karawanen ist fast 200 Kilometer entfernt.

Höfisches Leben in Tayma

Im Magazin stapeln sich mittlerweile zahlreiche Relikte, die von höfischem Leben der Siedlung Tayma zeugen. Etwa die Fragmente zweier meterhoher Königsstatuen aus dem vierten Jahrhundert vor Christus - etwa 200 Jahre nach Nabonid. Sie lagen im größten Gebäude der Siedlung, einem Tempel.

Arnulf Hausleiter über die Architektur des Tempels:

"Im Inneren des Tempels gab es zunächst eine Pfeilerhalle, zu einem späteren Zeitpunkt - vermutlich in der nabatäischen Periode - wurde der Steinplattenboden erhöht und auf die Pfeilerbasen wurden Säulen gesetzt, deren Basen man noch gut erkennen kann. Die östliche Außenmauer war cirka 30 Meter lang. Es wurden zum einen Inschriftensteine wieder verwendet und später wurde ein früherer Eingang zugesetzt, den man an der Baufuge noch gut erkennen kann. Beim ersten grundlegenden Umbau des Gebäudes wurde ein Treppenhaus errichtet. Es führte um einen Pfeiler herum auf das Dach oder die obere Etage. Den Antrittsstein kann man noch sehr gut sehen."


Die Ruinen ermöglichen inzwischen eine vorsichtige Vision des einstigen Tempels. Über eine Residenz Nabonids geben nur Schriften Auskunft, die nach seinem Tod verfasst wurden. Es wird darüber berichtet, dass er sich einen Palast wie in Babylon errichtet habe, dass er die Stadtmauern erweitert habe, dass er die Stadt schön und prächtig gemacht habe. Wie weit das wörtlich zu nehmen ist, ist schwer zu beurteilen. Wenn Nabonid, wie angegeben ist, sich in Tayman zehn Jahre aufgehalten hat, muss er selbstverständlich adäquate Wohn- und Residenzräume gehabt haben. Doch von einem repräsentativen Palast fehlt noch jede Spur.

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