Kummuhu: Die Name Landes in der assyrischen Eroberungen Liste : Kommagene
Kommagene - Königreich zwischen Orient und Okzident allgemeine Informationen
Hier möchten wir die antike Landschaft "Kommagene" vorstellen, die für uns von besonderem Interesse ist, da sie immer im Grenzgebiet zwischen Römerreich und Perserreich lag und somit eine intensive Prägung durch beide Kulturen genossen hat. Diese wird besonders augenfällig in der Ausgestaltung des kommagenischen Herrscherkults, der in den Heiligtümern auf dem Karakus, in Arsameia am Nymphaios und ganz besonders auf dem Nemrud Dagi begegnet.
Die Kommagene ist ein antikes Königreich im Südosten Kleinasiens (der heutigen Türkei). Im Osten wird es durch den Euphrat begrenzt, im Norden und Westen durch die hohen Gebirgszüge des Taurus. Die Hauptstadt war Samosata und Hierapolis Bambyke.
[In erhabener Höhe überragt der Nemrud Dag mit seinen monumentalen Götterbildern das gesamte Königreich Kommagene. Ausblick von der Ostterrasse] auf Abbild...
Im Jahr 866 v. Chr. wurde das Königreich Kummuhu, unter dem assyrischen König Aššurnasirapli II., zum ersten Mal erwähnt. Die Könige von Kummuhu waren Assyrien tributpflichtig. Um 750 v. Chr. schloß sich König Kuštašpi einer Allianz gegen Assyrien an. Der Aufstand wurde 743 v. Chr. bei Arpad niedergeschlagen. Nach einer Revolte des Königs Mutallu im Jahr 708 v. Chr. wurde Kummuhu unter Sargon II. assyrische Provinz. 605 v. Chr. wurde Kummuhu durch den babylonischen König Nebukadnezar II. erobert. Unter den Achämeniden wurde es Teil von Ostarmenien. Unter Ptolemaios VI. Philometor von Ägypten wurde Kommagene 163 v. Chr. von den Seleukiden unabhängig; der bedeutendste König war Antiochos I. (69 – ca. 36 v. Chr.). Nach dem Tod Antiochos III. (17 n. Chr.) wurde Kommagene in das Römische Reich eingegliedert.
In Religion und Kultur von Kommagene mischen sich hellenistische, einheimisch anatolische und persische Elemente. Unter Antiochos IV. wurde Kommagene wieder unabhängig. Aber 74 n. Chr. verlor es endgültig seine Unabhängigkeit und Kommagene wurde römische Provinz.
Die bedeutendste Hinterlassenschaft ist die gewaltige Kultanlage auf dem Nemrud Dag.
Detaillierte Karte der Kommagene (nach Dörner, Kommagene, S. 21) rot markiert sind der Nemrud Dag, Arsameia am Nymphaios sowie der Karakus
Satrapen von Kommagene Könige von Kommagene Samos I. (290 – 260) Ptolemaios (163 – ca. 130) Arsames (260 – 228) Samos II. Theosebes Dikaios (ca. 130 – ca. 100) Xerxes (228 – 201) Mithradates I. Kallinikos (ca. 100 – 69) Ptolemaios (201 – 163) Antiochos I. Theos Dikaios Epiphanes (69 – ca. 36) Mithradates II. (ca. 36 – 20) Antiochos II. († 29) Mithradates III. (20 – 12) Antiochos III. (12 v. Chr. – 17 n. Chr.) Römerherrschaft (17 – 38) Antiochos IV. Epiphanes (38 – 72) Römische Provinz (74 – )
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Die Kultanlage auf dem Nemrud Dag
Die Ostterrasse auf dem Nemrud Dag mit den monumentalen Götterbildern
Die Arbeiten an der als Kultheiligtum und Grabmal konzipierten Anlage begannen gegen Ende der Regierungszeit des Antiochos I. (69-36 v.Chr.). Er starb jedoch, ohne die Fertigstellung zu erleben. Dies legen die archäologischen Befunde nahe. So liegen an der Nordterrasse zwar die für die Skulpturenausstattung vorgesehenen Stelen, diese sind aber noch unbearbeitet. Auch an der Ost- und Westterrasse blieben einige der Statuen unfertig. Wohl ließ Mithradates II. seinen Vater Antiochos nach dessen Wunsch in dem fast 50 m hohen Tumulus bestatten, jedoch wurden die Arbeiter danach abrupt von dem Bauprojekt abgezogen.
Um die bis heute unerforsche Aufschüttung über dem Grab sind im Osten, Westen und Norden drei Terrassen angeordnet, die durch einen Weg miteinander verbunden sind. Beide Terrassen wurden von Fünfergruppen monumentaler thronender Sitzstatuen beherrscht, die vom Grabhügel nach Osten, bzw. Westen blickten. Auf beiden Seiten wurden sie von gleichfalls überlebensgroßen Tierfiguren, jeweils Adler und Löwe flankiert. An der Ostterrasse stehen die Kolossalstatuen bis zur Schulterpartie aufrecht, die umherliegenden Köpfe wurden ihnen mittlerweile (nach einem möglichen Modell) zugeordnet. Bei den dargestellten Figuren handelt es sich (von links nach rechts) um die Gottheiten Apollon-Mithras-Helios-Hermes, die Personifikation der Kommagene, Zeus-Oromasdes, den König Antiochos selbst und Herakles-Artaganes-Ares.
Auf der Rückseite der Throne beider Terrassen ist jeweils eine identische griechische Inschrift angebracht, in der sich Antiochos in Übereinstimmung mit dem Willen der großen Götter zum Gott erhebt und u.a. genaue Anweisungen zur Durchführung der Kulthandlungen gibt:
"Bezüglich der immerwährenden Dauer des Opferdienstes erließ ich eine gehörige Bestimmung, dass nämlich außer den Opfern, die althergebrachtes und gemeinsames Recht verlangen, auch neue Feste von allen Bewohnern meines Königreiches begangen werden zur Verehrung der Götter und zu unserer Ehre. So heiligte ich den Tag der Geburt meines Leibes, den sechzehnten Audnaios und den Tag meiner Krönung, den zehnten Loos, der Offenbarung der großen Götter, die sich mir als die Ursache glücklicher Herrschaft erwies und als der Grund allgemeinen Wohlergehens."
Den kolossalen Götterstatuen, bei denen sich Antiochos I. in die Reihe der Götter einordnet, inhaltlich nahe stehend ist eine Gruppe von fünf Reliefs, die auf der Ostterrasse vor den großen Statuen standen, auf der Westterrasse in einer Reihe mit jenen. Die aus dem wutterungsanfällligen Tuffit gearbeiteten Reliefs sind heute nur noch an der Westterrasse einigermaßen gut erhalten und werden seit neuestem durch Klebestreifen notdürftig vor dem weiteren Zerfall bewahrt. Je vier von ihnen zeigen eine Handreichung (Dexiosis) des Antiochos mit den Göttern seines Pantheons, das fünfte ist das sogenannte Löwenhoroskop. An der Rückseite sind in Griechisch die Namen der jeweiligen Götter genannt. Auch diese Reliefs wurden von Adler und Löwe flankiert. In der Gruppe der Monumentalstatuen liegt der inhaltliche Akzent auf der göttlichen Qualität des Antiochos und seiner Gleichberechtigung im Kreis der Götter. Die heutige Aufstellung an der Westterrasse entspricht wohl der antiken Anordnung. Von links nach rechts gesehen zeigt das erste Relief Antiochos im Handschlag mit Kommagene, es folgen die Dexiosisreliefs mit Apollon-Mithras-Helios-Hermes, mit dem thronenden Zeus-Oromasdes, sowie Artaganes-Herakles-Ares.
Das sog. Löwenhoroskop
Das fünfte Relief, das "Löwenhoroskop", steht nach allgemeiner Auffassung für einen Gestirnkonstellation, die die Herrschaft des Antiochos unter gute Auspizien stellt. Im Sternbild des Löwen (Sternzeichen des Antiochos) beobachteten nämlich Astronomen an einem bestimmten Tag eine besondere Konstellation dreier Planeten und des Mondes. Jene drei Planeten sind am linken oberen Rand des Reliefs dargestellt und in griechischer Sprache als "der Scheinende" des Zeus, "der Glänzende" des Apollon und "der Feurige" des Herakles bezeichnet; die Mondsichel ist vor der Brust des Löwen platziert. Welche Planeten auf Zeus, Apollon und Herakles hinweisen, verraten die Namenskombinationen der Götter. So findet sich im Nahmen Apollon-Mithras-Helios-Hermes die griechische Entsprechung zu Merkur, in Artaganes-Herakles-Ares jene zu Mars und in Zeus-Oromasdes die zu Jupiter. Diese drei Planeten defilierten am 7. Juli 62 v.Chr. am Regulus, dem Königsstern im Sternbild des Löwen vorbei, außerdem der Mond, der mit der Göttin Hera, später mit der Personifikation der Landschaft Kommagene gleichgesetzt wurde.
Die Sockel der Ahnenreliefs
Die größte Gruppe von Skulpturen bilden die Ahnenreliefs. In einer Reihe von 15 Stelen ließ Antiochos seine Vorfahren väterlicherseits darstellen. Über sie wusste sich der kommagenische König mit den altpersischen Achänmeniden verbunden. Mit 17 Reliefs war die mütterliche Vorfahrenreihe länger. Sie dokumentierte die Verwandtschaft mit den Seleukiden, die sich ihrerseits auf die Abkunft von Alexander dem Großen beriefen. Die meisten der aus Tuffit gearbeiteten Reliefs sind heute zerstört. Am besten erhalten hat sich ein Relief Xerxes I., das an der Westterrasse liegt. Die für die Aufnahme der Ahnenreliefs vorgesehenen Sockel sind dagegen weitgehend unversehrt. Die väterlichen Vorfahren säumten einst den Nordrand der Ostterrasse und den Südrand der Westterrasse. Die mütterlichen Ahnen standen auf der Ostterrasse im Süden, auf der Westterrasse jedoch im Westen. Aufgrund der abfallenden Geländebeschaffenheit musste hier eine abweichende Aufstellung vorgenommen werden. Neben der verschiedenen Anordnung der Ahnenskulpturen unterscheidet sich die West- von der Ostterrasse durch den fehlenden Kultaltar, der im Osten zwischen den Ahnenreihen steht.
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